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Gefiltert nach SP Nidau Filter zurücksetzen

Das neue NIDAU.links ist da!

Aus der Region, Stadt Nidau, Abstimmungsvorlagen, Medienmitteilung

Unsere Parteizeitung erscheint nach der Neuauflage zum 7. Mal

In der aktuellen Ausgabe unserer Parteizeitung NIDAU.links berichten wir schwerpunktmässig über die kommunalen Abstimmungen vom 13. Juni 2021. Ausserdem werfen wir mittels eines Interviews mit dem SP-Kandidaten für das Stadtpräsidium, Tobias Egger, einen Blick voraus auf die Nidauer Wahlen im Herbst 2021. Ein weiteres Thema ist der gemeinsam mit der Bieler SP geplante Vorstoss für mehr Zwischennutzungen auf dem weiterhin brachliegenden Expo-Areal.

In Nidau stimmen wir am 13. Juni über zwei kommunale Vorlagen ab: einerseits über die Einführung eines Reglements zur Mehrwertabgabe bei Auf- und Umzonungen, andererseits über die Sanierung der gemeindeeigenen Liegenschaft an der Haupstrasse 78. In den jeweiligen Artikeln erläutern wir, worum es bei den beiden Vorlagen geht und warum man zweimal ein JA einlegen sollte.

In einem ausführlichen Interview stellen wir dann unseren Kandidaten für das Stadtpräsidium, Tobias Egger, ausführlich vor und werfen zusammen mit ihm einen Blick voraus auf die Nidauer Wahlen vom 26. September 2021. Auch freut es uns, bereits jetzt unseren bunten Mix aus sämtlichen Kandidierenden für die Stadt- und Gemeinderatswahlen präsentieren zu können.

Zuletzt widmen wir uns noch der geplanten Volksinitiative für die Förderung attraktiver Zwischennutzungen auf dem Gelände des ehemaligen Expo-Parks. Das Ziel des mit der SP Biel abgestimmten Vorgehens ist es, dass das brachliegende Areal künftig besser genutzt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Die aktuelle Ausgabe wird am 26./27. Mai 2021 an alle Nidauer Haushalte verteilt. Das Redaktionsteam vom NIDAU.links wünscht eine spannende Lektüre.

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Eine Mehrwertabgabe ist nur fair - und bringt Mehrwert für alle

Stadt Nidau, Abstimmungsvorlagen

Kommunale Abstimmungen vom 13. Juni 2021

Gegen das vom Stadtrat beschlossene Reglement zur Mehrwertabgabe (MWAR) wurde das Referendum ergriffen. Somit wird die Stimmbevölkerung darüber entscheiden, ob von planungsbedingten Gewinnen bei Um- und Aufzonungen künftig immer noch nur die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien profitieren sollen, oder ob nicht auch das Gemeinwesen, welches diese Mehrwerte erst generiert, einen kleinen Anteil davon erhalten soll.

Unsere Meinung dazu ist klar: Die Einführung einer Mehrwertabgabe auch bei Um- und Aufzonungen ist längst überfällig und wurde bereits jetzt unnötig lange hinaus gezögert. Die entsprechende SP-Motion wurde schon vor bald vier Jahren vom Stadtrat an den Gemeinderat zur Umsetzung überwiesen.

Worum geht es?

Am 1. April 2017 sind vom Grossrat beschlossene Änderungen des Baugesetzes in Kraft getreten. Mit den Änderungen werden die Gemeinden gemäss den Vorgaben des Raumplanungsgesetzes auf Bundesebene unter anderem verpflichtet, Mehrwerte, die durch Neueinzonungen von Bauland entstehen, zu mindestens 20 Prozent abzuschöpfen. Den Gemeinden wurde daruber hinaus die Möglichkeit gelassen, auch bei der Zuweisung von Land zu einer anderen Bauzonenart mit besseren Nutzungsmöglichkeiten (Umzonung) oder bei der Anpassung von Nutzungsvorschriften im Hinblick auf die Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten (Aufzonung) eine Mehrwertabgabe zu erheben. Dies muss jedoch in einem Reglement auf kommunaler Ebene geregelt werden. Über die Einführung eines solchen Reglements stimmen wir nun ab.

Was das Reglement zur Mehrwertabgabe enthält

Das vorliegende Reglement würde die Mehrwertabgabe bei Neu-Einzonungen, welche in Nidau kaum mehr möglich sind, auf 30 Prozent des entstehenden Mehrwerts festlegen. Dies sind moderate 10 Prozent mehr als die auf Bundesebene definierte Mindestabgabe von 20 Prozent. Bei Mehrwerten von unter 20’000 Franken entfällt eine Abgabe.
Bei Um- und Aufzonungen wurde ein grosszügier Freibetrag festgelegt, nämlich 100’000 Franken. Das bedeutet, dass nur über diesem Wert liegende planungsbedingte Mehrwerte überhaupt einer Abgabe unterliegen. Auch hier ist ein Abgabesatz von 30 Prozent vorgesehen. Als EigentümerIn einer Liegenschaft oder eines Landstücks streicht man also bei grösseren, durch Auf- oder Umzonungen entstehenden Mehrwerten, immer noch mindestens 100’000 Franken ein - einfach so! Und auch vom Rest behält man noch mehr als zwei Drittel.

Die Mehrwertabgabe macht Investitionen möglich, die allen zugute kommen

Einnahmen aus der Mehrwertabgabe sind gemäss Raumplanungsgesetz des Bundes zweckgebunden. Sie dürfen - nach dem Abzug eines Kantonsanteils von 10 Prozent - neben allfälligen Entschädigungen bei planungsbedingten Enteignungen und ähnlichem nur für raumplanerisch gewollte Zwecke eingesetzt werden. Dazu gehören ökologische Aufwertungen, die allgemeine Aufwertung des öffentlichen Raums, aber auch die Förderung von Routen des Langsamverkehrs, also Fuss- und Velowege. Auch der gemeinnützige Wohnungsbau darf mit den Einnahmen unterstützt werden. Mit der Einführung des Reglements für die Mehrwertabgabe sorgen wir darum dafür, dass von planungsbedingten Mehrwerten auch die breite Bevölkerung profitiert und nicht nur die Besitzerinnen und Besitzer von Immobilien. Mehrwert für alle, statt für wenige.

Was sagen die GegnerInnen einer Mehrwertabgabe?

Grundsätzlich problematisch bei Mehrwertabschöpfungen wäre, wenn die Mehrwertabgabe bezahlt werden müsste, bevor die Zugewinne überhaupt realisiert werden. Die vorliegenden Vorlage jedoch berücksichtigt dieses Problem: Mehrwertabgaben werden erst dann fällig, wenn die zusätzlichen Nutzungspotentiale effektiv baulich realisiert werden.
Natürlich kann die Mehrwertabgabe bei betroffenen Objekten dazu führen, dass deren Handelspreise steigen. Dies fördert jedoch genau, dass die bei Um- und Aufzonungen politisch beschlossenen Verdichtungs- oder Erneuerungseffekte auch in die Tat umgesetzt werden. Das Argument, dass eine Mehrwertabgabe diesen Bestrebungen entgegen steht, ist mindestens fragwürdig. Auch werden sich bestehende Mietverhältnisse nicht verteuern, ausser es kommt im Zuge von Sanierungen, Aus- oder Umbauten zu Steigerungen des Wohnkonforts. Das ist aber auch jetzt schon so und nicht bedingt durch die Mehrwertabgabe.
Ebenfalls oft kritisiert wird, dass die Bestimmung der Mehrwerte viel Aufwand generiert, die Erträge jedoch unklar sind. Es stimmt, dass Aufwand entsteht. Aber angesichts des Entwicklungspotentials und der attraktiven Lage der Stadt Nidau kann man davon ausgehen, dass es sich lohnen wird. Es ist unter anderem darum auch essentiell, dass ein Reglement zur MWAR noch vor den anstehenden (Teil-) Ortsplanungsrevisionen umgesetzt wird und jetzt nicht auf der Zielgeraden ausgebremst wird.

Umliegende Gemeinden haben längst gehandelt

Für die positive Bilanz von Mehrwertabschöpfungen bei Um- und Aufzonungen spricht auch, dass umliegende Gemeinden längst entsprechende Reglemente haben und umsetzen. Alle umliegenden Gemeinden verfügen bereits über entsprechende Reglemente: in Biel seit 2017, in Brügg seit 2018, in Bellmund und Ipsach seit 2019, und in Port gibt es seit 2012 mindestens entsprechende Richtlinien. Die Stadt Nidau steht also isoliert da, und mit der Einführung eines MWAR-Reglements wird vielmehr ein Versäumnis aus der Vergangenheit nachgeholt, als dass es sich um ein progressives Vorhaben handeln würde. Einige Gemeinden erheben auch deutlich höhere Abgabesätze oder haben tiefere Freibeträge.

„JA“ zum Reglement über die Mehrwertabgabe

Schon 2017 hat die Sozialdemokratische Partei Nidau erkannt, dass wir in Nidau ein Reglement zur Mehrwertabgabe benötigen und im Stadtrat einen entsprechenden Vorstoss durchgebracht. Vier Jahre später ist es nun an der Zeit: Stimmen Sie am 13. Juni 2021 ab und sagen Sie „JA“ zum Reglement über die Mehrwertabgabe!

Geben wir diese Perle nicht her - JA zur Sanierung der Hauptstrasse 78

Stadt Nidau, Abstimmungsvorlagen

Kommunale Abstimmungen vom 13. Juni 2021

Am südlichen Eingang von Nidau, auf der linken Seite steht ein schützenswertes Objekt, das um die Jahrhundertwende 1899/1900 erbaut wurde. Im Erdgeschoss sind Büroräumlichkeiten, und in den beiden Obergeschossen je eine Wohnung eingebaut.

Der Kauf der Liegenschaft durch die Stadt Nidau erfolgte im Jahr 2013 aus strategischen Gründen, so konnte die Stadt bei der Gestaltung und Neuplanung des Quartiers westlich des Bahnhofes entsprechend mitreden und mitentscheiden. Seit fünf Jahren ist das Gebäude unbewohnt, das hat verschiedene Gründe: Der Unterhalt des Gebäudes wurde nur marginal durchgeführt, da verschiedene Projekte im Quartier am Laufen waren und noch unklar war, wie und was mit dem Gebäude geschehen sollte. Die Wohnungen waren sanierungsbedürftig und ein Wasserschaden hatte noch zusätzliche, durch die Versicherung gedeckt Schäden verursacht, was zusätzliche Arbeiten im und am Haus zur Folge nötig gemacht hätte. Durch personelle Wechsel verzögerten sich die dringend nötigen Arbeiten.

Eine Sanierung ist unumgänglich

Für eine künftige Nutzung oder Vermietung bedarf es nun einer umfassenden Sanierung der denkmalgeschützten Bausubstanz und der technischen Anlagen. Zu beachten sind im Besonderen auch die energetischen, bauphysikalischen und lärmschutzrelevanten Anforderungen. Dementsprechend sind auch die aktuellen Sicherheits- und Brandschutzanforderungen einzuhalten und mit den Ansprüchen der Denkmalpflege abzustimmen.
Im Stadtrat wurde das Geschäft «Sanierung Hauptstrasse 78» in der Septembersitzung 2020 behandelt. Der Sanierung wurde mit 16 Ja zu 12 Nein zugestimmt und dafür 1.465 Millionen Franken bewilligt. Dagegen wurde das Referendum ergriffen und so wird am kommenden 13. Juni in einer Volksabstimmung  über dieses Geschäft entschieden.

Der Steuerhaushalt der Gemeinde wird nicht belastet

Die Finanzierung der geplanten Sanierung erfolgt nicht über den Steuerhaushalt, sondern sie erfolgt im Rahmen der allgemeinen Liquiditätsbewirtschaftung der Spezialfinanzierung Liegenschaften Finanzvermögen. Aus dem kantonalen Förderprogramm ist mit mehreren Beiträgen, insgesamt über 120’000 Franken zu rechnen und versicherungsseitig stehen noch fast 90’000 Franken aus, die an den entstandenen Wasserschaden geleistet werden.
Nach erfolgter Renovation können zwei sanierte Wohnungen auf energetisch neustem Stand vermietet werden und im Erdgeschoss stehen Büroräumlichkeiten zur Verfügung. Mit der Vermietung fliessen entsprechende Mieterträge in Nidaus Taschen.

Nichts tun oder ein Verkauf sind schlechte Optionen

Ohne die Sanierung muss die Stadt das Guggerhaus entweder weiterhin bei hohen Betriebskosten und ohne Mietzinseinnahmen unterhalten oder verkaufen. Im Hinblick auf die Neuplanung dieses Quartiers jedoch ist es von Vorteil, wenn Nidau Eigentümerin der Liegenschaft ist, so bleibt in Bezug auf die Neugestaltung des Eingangs zum Stedtli der Planungsspielraum erhalten.
Es ist eine sinnvolle Investition, dieses schützenswerte Objekt zu bewahren und den energetisch vorgeschriebenen Vorschriften entsprechend anzupassen, so dass dieses schöne Gebäude für Nidau und die Nachwelt erhalten bleibt. Sagen Sie darum am 13. Juni JA zur Sanierung der Hauptstrasse 78!

Die SP fordert eine rasche Attraktivierung der Expo-Brache durch Zwischennutzungen

Aus der Region, Medienmitteilung

Gemeinsame Medienmitteilung der SP Nidau sowie der SP Biel/Bienne

Nach der Ablehnung von AGGLOlac möchten die SP Nidau und Biel die Expo-Brache nicht länger ungenutzt lassen. Bis zur Realisierung eines Projektes soll das Gelände zwischengenutzt werden. Dafür geht die SP koordiniert vor und setzt auf eine Initiative in Nidau und einen parlamentarischen Vorstoss in Biel.

Für die SP Nidau und SP Biel ist klar: Nach Ablehnung von AGGLOlac in den Stadtparlamenten darf die Brache nicht erneut während Jahrzehnten ungenutzt bleiben. Stattdessen muss das Potenzial dieser Fläche nun auch kurzfristig ausgeschöpft werden. Deshalb fordern die SP Nidau und SP Biel, dass das Gelände bis zur Realisierung eines neuen Projektes während dem ganzen Jahr für Zwischennutzungen offen steht.


Die Brache befindet sich auf dem Nidauer Gemeindegebiet. Deshalb ist grundsätzlich der Nidauer Gemeinderat für das Erteilen von Bewilligungen zuständig. Diese wurden in den letzten Jahren jedoch äussert selten erteilt. Dies soll sich nun ändern. Tobias Egger sagt: „Mit einer Initiative wollen wir den Gemeinderat dazu bewegen, Zwischennutzungen auf dem Gelände grundsätzlich zuzulassen“. Die Interessen der Anwohnenden sollen dabei gewahrt werden.  Bettina Bongard ergänzt  „Das Ziel ist nicht mehr Partys auf dem Gelände zu haben. Es geht uns um Nutzungen mit geringen Lärmemissionen, welche das Gelände für die Bevölkerung nutzbar machen und attraktivieren“.

Da die Landfläche der Stadt Biel gehört, gibt es auch in Biel Handlungsbedarf. Susanne Clauss kündet an: „Die Stadt Biel muss das Land für Zwischennutzungen zur Verfügung stellen. Wir werden diese Woche einen entsprechenden Vorstoss im Bieler Parlament einreichen“. Vom koordinierten Vorgehen erhoffen sich die  SPs beider Städte, eine rasche Nutzung und Attraktivierung des Geländes. Für die SP darf die Brache auf keinen Fall während weiteren Jahren ungenutzt stehen bleiben.

>> Comuniqué de presse en français (.pdf)

>> Medienmitteilung als .pdf

AGGLOlac: die Richtung stimmt, aber ist das genug?

Abstimmungsvorlagen, Medienmitteilung

Medienmitteilung zum Stadtratsgeschäft vom 18.3.2021

Im Hinblick auf den im Stadtrat für den 18. März 2021 traktandierten Beschluss zum Ausführungsprojekt von Agglolac hat sich die SP Nidau zum vierten Mal in Form einer Sektionsversammlung mit Agglolac auseinander gesetzt. In der kontradiktorischen Online-Veranstaltung kamen zuerst die Befürworter von Fascination Agglolac zu Wort, gefolgt von den Gegnern von StopAgglolac. Danach wurde intern diskutiert.

In der Diskussion der teilnehmenden SP-Mitglieder und -Sympathisierenden zeigten sich zwei Dinge: von einer Fundamentalopposition gegen eine Bebauung des Agglolac-Perimeters ist wenig zu spüren. In der Beurteilung der Details der vorliegenden Verträge und Zonenpläne, über welche der Stadtrat und anschliessend allenfalls auch die Bevölkerung abstimmen wird, gingen die Meinungen allerdings auseinander.

Worüber wir uns einig waren

Die Bevölkerung in unserer Region wächst und wird weiter anwachsen. Auch wenn Wachstum seine problematischen Seiten hat, so ist dies eine Tatsache, der man nicht ausweichen kann. Eine teilweise Bebauung des Agglolac-Perimeters kann dazu beitragen, dass ein Teil dieses Wachstums im städtischen Gebiet aufgefangen wird. Nahe an Arbeitsplätzen, angeschlossen an den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr, und mit einem Naherholungsgebiet vor der Haustür.

Es herrschte Einigkeit darüber, dass das Ausführungsprojekt bezüglich Seezugang und Aufwertung des öffentlichen Raums im Seebereich, auch in ökologischer Hinsicht, grosses Potential hat. Auch aus städtebaulicher und ästhetischer Sicht kam es zu keiner Kritik.

Die Mobimo – und damit ihre teils umstrittenen Aktionäre – ist gewinnorientiert und möchte mit dem Projekt Geld verdienen. Andererseits ist ein Projekt in dieser Grössenordnung für die beiden Städte nicht aus eigenen Kräften umsetzbar. Mobimo hat eine demokratisch beschlossene Ausschreibung gewonnen, in der Projektplanung in erster Linie die Vorgaben der Politik und Behörden umgesetzt und dabei viel Flexibilität an den Tag gelegt. Wohl aus diesen Gründen votierte niemand dafür, das Projekt aufgrund des Projektpartners abzulehnen.

Was zu reden gab

Ob man zur vorliegenden Vorlage nun ja oder nein sagen soll, wurde rege diskutiert. Angesichts der Komplexität der Vorlage mit sowohl Chancen und Risiken war jedoch nicht die Erwartung, auf Einigkeit zu stossen. Und so war es dann auch.

Die eine Hälfte der Teilnehmenden sprach sich für einige Korrekturen und damit eine Zurückweisung des Geschäfts aus, entweder bereits im Stadtrat, oder dann durch das Stimmvolk. Als Anpassungen wurden unter anderem das verbindliche Festhalten einer Zertifizierung als 2000W-Areal im Betrieb und weitergehende Vorschriften bezüglich Ökologie wie zum Beispiel das Vorschreiben von nachhaltigen Baumaterialen und eine Reduktion der maximal möglichen, öffentlichen wie auch privaten Parkplätze zur Verhinderung von Verkehrsproblemen genannt. Auch wurde gewünscht, gewisse Risiken wie zum Beispiel Kostenüberschreitungen bei der Altlastensanierung auf alle Projektpartner, also auch auf die Mobimo, abzuwälzen und Fragen zur finanziellen Tragbarkeit des Unterhalts des öffentlichen Raums für den Gemeindeverband genauer zu klären.

Die andere Hälfte der Anwesenden beurteilte das Resultat der jahrelangen, teils sehr detaillierten Abklärungen und Abwägungen als gangbaren Kompromiss, in dem den unterschiedlichen Meinungen und Bedürfnissen bereits Rechnung getragen wurde – jedenfalls im Rahmen der politischen Realitäten. Die Risiken wurden von diesem Teil der Diskutierenden als soweit möglich abgeklärt und tragbar beurteilt. Man wünscht sich, dass die Stimmbevölkerung jetzt über die Vorlage abstimmen kann, um im Fall einer Zustimmung vorwärts zu machen und die unbestrittenen Chancen des Projekts zu nutzen. Bei noch nicht verbindlich geregelten Punkten wie zum Beispiel der Zertifizierung als 2000-Watt-Areal im Betrieb will man während der Projektrealisierung auf dem politischen Weg dafür zu sorgen, dass dies umgesetzt wird.

Am Schluss soll die Stimmbevölkerung entscheiden

Unter dem Strich kann festgehalten werden: die Planungen für das Agglolac-Areal gehen aus Sicht der klaren Mehrheit der Teilnehmenden SP-Mitglieder und –Sympathisierenden in die richtige Richtung. Und es lohnt sich aufgrund der zeitlichen und finanziellen Tragweite des Projekts, sich genau und differenziert mit der Vorlage auseinander zu setzen.

Bezüglich Ablehnung oder Annahme im Stadtrat und allenfalls bei der Volksabstimmung war man sich einig, dass man uneinig ist. Am Schluss soll – entweder im Juni oder nach einer Ehrenrunde – die Stimmbevölkerung entscheiden. Und das ist richtig so!

> Medienmitteilung als .pdf

Sektionsversammlung zu AGGLOlac

Abstimmungsvorlagen

Ende März berät der Stadtrat von Nidau die Vorlage zu AGGLOlac, und im Juni werden wir über das Projekt abstimmen. Angesichts der Tragweite laden wir euch hiermit für den 10. März um 19:00 Uhr zu einer ersten Online-Informationsveranstaltung zur Abstimmungsvorlage ein.

> Hier geht's zum entsprechenden Agenda-Eintrag

Das neue NIDAU.links ist da!

Aus der Region, Medienmitteilung

In der aktuellen Ausgabe unserer Parteizeitung NIDAU.links berichten wir schwerpunktmässig über Bruno Bianchet, SP-Kandidat für Regierungsstatthalteramt. Weitere Themen sind zwei politische Vorstösse (Skate-, Bewegung- und Begegnungspark, Reglement für Zwischennutzungen) sowie eine Reportage über Martin Schwab, dem Kandidaten für das Präsidium der SP Schweiz aus Nidau.


Im Interview mit Bruno Bianchet erzählt er, warum er für das Regierungsstatthalteramt kandidiert, welche Kompetenzen er dafür mitbringt und auch, woran er sich aus seiner Nidauer Kindheit und Jugendzeit erinnert. Er erzählte uns dabei einiges über seinen Werdegang, seine aktuellen Tätigkeiten sowie seine Werthaltung.

Danach berichten wir über zwei politische SP-Vorstösse im Nidauer Stadtrat. Einerseits über die von SP Nidau-Präsidentin Bettina Bongard bereits eingereichte und vom Stadtrat angenommene Motion zur Errichtung eines Skate-, Bewegung- und Begegnungsparks in Nidau. Andererseits über einen kommenden Vorstoss von SP-Stadträtin Noemi Kallen, welcher die Erstellung eines Reglements für Zwischennutzungen in der Stadt Nidau fordert, um deren Potential besser nutzen zu können.

Zuletzt haben wir unter dem Titel "Einer von uns" unser Mitglied, Martin Schwab, während eines Tages begleitet. Auch dank seiner Kandidatur für das Präsidium der SP Schweiz war es ein sehr ereignisreicher und spannender Tag.

Die aktuelle Ausgabe wird am 16./17. September 2020 an alle Nidauer Haushalte verteilt. Das Redaktionsteam vom NIDAU.links wünscht Euch eine spannende Lektüre.

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Bruno Bianchet: "Ich will ein Regierungsstatthalter für alle sein."

Aus der Region, Abstimmungsvorlagen

Interview mit Bruno Bianchet, dem SP-Kandidaten fürs Regierungsstatthalteramt

Am 27. September findet die Regierungsstatthalterwahl des Verwaltungskreises Biel/Bienne statt. Wir haben uns deshalb für unsere Parteizeitung NIDAU.links mit unserem in Nidau aufgewachsenen SP-Kandidaten, Bruno Bianchet, zum Interview getroffen.

Interviw von Bettina Bongard, Präsidentin SP Nidau und Stadträtin

Bruno Bianchet, Du kandidierst als Regierungsstatthalter. Warum?

Ich bin ein Mann des Service Public. Mir ist es immer wichtig, dass der Bevölkerung gute Dienstleistungen geboten werden. Und dafür würde ich auch als Regierungsstatthalter eintreten. Mit meinen 20 Jahren Erfahrung der öffentlichen Verwaltung, viele davon als Abteilungsleiter, besitze ich auch die nötige Führungserfahrung und halte mich für die vielfältigen Aufgaben des Amts geeignet. Ich denke, ich könnte in dieser Schnittstellenfunktion viel zur guten Zusammenarbeit zwischen Kanton, Gemeinden und Bevölkerung beitragen.

„Ich bin ein Mann des Service Public.“

Unser bisheriger Regierungsstatthalter, Philippe Chételat, hat vor drei Jahren gegenüber dem NIDAU.links gesagt, man sei als Regierungsstatthalter ein Drittel Richter, ein Drittel Politiker und ein Drittel Ombudsmann. Wie passt du in diesen Mix?

Ich sehe vor allem die Rolle als Ombudsmann und Vermittler im Vordergrund. Das Ziel muss es sein, die involvierten Personen bei Problemen und Streitigkeiten an einen Tisch zu bringen und auf einer gemeinsamen Basis eine Lösung zu finden, die von allen Seiten akzeptiert werden kann. So verhindert man langwierige juristische Verfahren. Das ist auch meine Haltung als nebenamtlicher Richter am Obergericht. Natürlich muss man aber trotzdem vielfach Entscheidungen treffen, dies bin ich mir aber gewohnt.

„Das Parteibuch würde ich am Morgen jeweils zuhause lassen.“

Und was ist mit der politischen Komponente?

Natürlich spielen gewisse Werthaltungen eine Rolle. Wichtiger scheint mir aber, dass man einen gut gefüllten Rucksack an Erfahrung und gesundem Menschenverstand mitbringt und den rechtlichen Rahmen kennt. Ich will ein Regierungsstatthalter für alle sein. Das Parteibuch würde ich am Morgen jeweils zuhause lassen.

Wie würdest du deine Werthaltung umschreiben?

Ich bin jemand, der Menschen mag. Meine Überzeugung ist, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nur möglich ist, wenn wirklich alle an der Gesellschaft teilhaben können. Die Schere darf nicht immer weiter aufgehen. Dafür brauchen wir einen starken Staat, wie wir gerade auch zurzeit mit Covid-19 erleben, um Krisen abzuwenden und zu bewältigen. Ich bin aber auch für eine starke Wirtschaft und entsprechend gute Rahmenbedingungen, um unseren Wohlstand zu erhalten. Ich bin überzeugt, dass sich diese Dinge nicht widersprechen.

„Dinge ermöglichen, statt sie zu verhindern.“

Konntest du bereits einmal etwas direkt umsetzen, das die Teilhabe von Menschen am Rande der Gesellschaft verbessert hat?

Ja, ich konnte schon ein paar Herzensangelegenheiten verwirklichen. Zum Beispiel der „Ditsch“. Früher befand sich ein „Alki-Treff“ direkt hinter dem Bahnhof, war dann dort aber nicht mehr tragbar und musste geschlossen werden. Die Leute fanden dann recht lange keine neue Möglichkeit, um sich zu treffen. Ich habe mich zur Verfügung gestellt, zusammen mit ihnen etwas Neues auf die Beine zu stellen. Nun gibt es seit ein paar Jahren den neuen, selbst verwalteten Treff beim Bahndamm, der über einen Verein läuft und von der Gassenarbeit mitbetreut wird. Das ist übrigens ein gutes Beispiel für die Rolle des Regierungsstatthalters: Hätte er auf die Einhaltung sämtlicher rechtlicher Bestimmungen im Bau- oder Betriebsbereich gepocht, dann wäre das unmöglich gewesen. Man hat das aber pragmatisch angeschaut und darum eine Lösung gefunden. Genau darum geht es: Dinge ermöglichen, statt sie zu verhindern.

Philippe Chételat sagte vor drei Jahren auch, wie wichtig ein direkter Draht zur Bevölkerung sei. Wie verbunden bist du mit der Region? Woran zeigt sich das?

Ich bin jemand, der gerne draussen unter den Leuten ist, auch mit der ganzen Familie. Speziell im Jura und entlang des Sees sind wir oft unterwegs. Wir sind hier aufgewachsen, haben viele Freunde in der Region. Einfach gesagt: hier ist unser Zuhause. Grundsätzlich sehe ich es gleich wie Philippe: den Regierungsstatthalter muss man kennen, man darf keine Berührungsängste haben. Mir macht es immer Freude, mit Menschen in Kontakt zu kommen und deren Emotionen direkt auf dem Terrain mitzubekommen, auch wenn es manchmal Sorgen und Nöte sind. Ich freue mich darum auch auf den Wahlkampf.

„Je me considère comme une personne bilingue.“

Wie steht es um dein Französisch?

Je me considère comme une personne bilingue, sinon je ne serais pas chef de service à la ville de Bienne. Dans mon service, 43% des employé(e)s sont francophones. Dans mon travail quotidien, je suis donc habitué à communiquer en français.

Du engagierst dich verwaltungsintern unter anderem auch als Co-Präsident des Personalverbands und in der Verwaltungskommission der städtischen Pensionskasse. Wieviel Freizeit bleibt da noch?

Ich bin unter der Woche eigentlich recht ausgelastet und einige Abende weg von der Familie. Aber die Familie steht hinter mir, auch betreffend Kandidatur als Regierungsstatthalter. Mir sind die Themen im Personalverband wichtig. Ich bin ein Verfechter des Service Public, und entsprechend setze ich mich dafür ein, dass die Angestellten der Stadt auch gute Rahmenbedingungen für ihre Arbeit vorfinden.

„Führung muss darum als Wechselwirkung zwischen den Mitarbeitenden und sich selbst betrachten werden.“

Seit 2006 bist du in Führungsfunktionen tätig und hast auch Führungs- und Managementausbildungen absolviert. Was bedeutet für dich nach all den Jahren "Führung"?

Gute Führung ist für mich, dass man sich selbst nicht zu wichtig nimmt und sich nicht über alles stellt. Ich versuche darum, Hierarchien flach zu halten und meinen Mitarbeitenden ein passendes Mass an Verantwortung zu übergeben. Dafür braucht es ein gewisses Gespür. Führung muss darum als Wechselwirkung zwischen den Mitarbeitenden und sich selbst betrachten werden. Es ist ein ständiges Lernen. Mit diesen Grundsätzen habe ich gute Erfahrungen gemacht.

„Mir wurde einfach bewusst, dass ich direkt mit und für Menschen arbeiten will.“

Deine berufliche Laufbahn ging in frühen Jahren mal in Richtung Informatik. Wie ist aus dem Informatiker von damals ein Abteilungsleiter im Sozialbereich geworden?

Der Informatiker damals hat gemerkt, dass er nicht zufrieden ist nur mit einem Büro und einem Computer. Mir wurde einfach bewusst, dass ich direkt mit und für Menschen arbeiten will. Das war ein Prozess, während dem ich auch einiges ausprobiert habe. Ich war unter anderem auch Segellehrer und arbeitete ein paar Wintersaisons in Zermatt, bevor ich dann in die Ausbildung als Sozialpädagoge eingestiegen bin und danach noch einen Masterabschluss im Managementbereich angehängt habe.

Schon während mehr als einem Jahrzehnt bis du auch als Fachrichter tätig, zuerst beim Jugendgericht, dann beim Obergericht. Warum tust du dir dies auch noch an?

Ich arbeite seit langer Zeit im Bereich der gesetzlichen Sozialarbeit, und dort ist es sehr wichtig, dass man einen guten Bezug zum Recht und zur aktuellen Rechtsprechung hat. Das interessiert mich. Ausserdem ist es gerade im Kindes- und Erwachsenenschutz essentiell, die an den Prozessen Beteiligten ins Boot zu holen, damit möglichst tragfähige Lösungen für alle gefunden werden können. Diese Fähigkeit, sozusagen als Mediator zu wirken, ist mir sehr wichtig und da bringe ich auch viele Kompetenzen mit. Ich bin überzeugt, dass dies genau das ist, was beim Regierungsstatthalteramt gefragt ist.

„Gesetze zu interpretieren gehört zu meinem Alltag.“

Das Regierungsstatthalteramt ist thematisch vor allem in den Themenfeldern Gemeindeaufsicht, Bau, Gastgewerbe, Erbschaften und öffentliche Sicherheit tätig. Welche Bezüge hast du dazu?

Das Erbschaftsamt der Stadt Biel ist meiner Abteilung angeschlossen, das heisst, dass ich dort bereits sehr gut weiss, worum es geht. Ein wichtiges Thema im Bereich der öffentlichen Sicherheit ist häusliche Gewalt, wo der Regierungsstatthalter eine Koordinationsaufgabe inne hat. Da war ich bereits beteiligt. Durch meine langjährige Berufserfahrung als Abteilungsleiter in der öffentlichen Verwaltung kenne ich die Anforderungen im Bereich der Gemeindeaufsicht und wurde diesbezüglich auch noch vor nicht allzu langer Zeit auditiert. Und zu guter Letzt sind meine juristischen Kenntnisse der Sozialhilfegesetzgebung auch sehr relevant. Denn einerseits ist das Regierungsstatthalteramt die Beschwerdeinstanz für Sozialhilfebeziehende, und andererseits habe ich dadurch einen Bezug zu anderen Gesetzgebungen. Gesetze zu interpretieren gehört zu meinem Alltag.

„Meinen ersten Job hatte ich für 50 Rappen in der Stunde beim Holzofen-Beck Gnägi in Nidau.“

Du hast deine gesamte obligatorische Schulzeit in Nidau absolviert, bist also eigentlich ein Nidauer. Was ist aus deiner Sicht in Nidau noch wie damals, was hat sich verändert?

Mein Quartier, das Beunden-Quartier, hat sich sicher stark verändert. Geblieben sind viel Verkehr im Stedtli, und meine obligaten Schwümme im Nidau-Büren-Kanal vom Balainen bis fast zur Wehrbrücke. Geblieben sind viele, gute Kindheits- und Jugenderinnerungen. Meinen ersten Job hatte ich für 50 Rappen in der Stunde beim Holzofen-Beck Gnägi in Nidau, ich half auch bei der Migros und bei Lüdi Kolonialwaren aus. Ausserdem ging ich in allen Nidauer Schulhäusern mal zur Schule. Im Schloss und im Turm beim Kindergarten haben wir gespielt und sind rum geklettert.

Aus dem Freundschaftsbuch

  • Lieblingsessen: Alle Pasta- und Fischgerichte
  • Lieblingsautor: Martin Suter
  • Lieblingsfilmstars: Robert De Niro, Bruno Ganz, Jodie Foster, Michael Douglas
  • Lieblingsmusik: Lo & Leduc, Stephan Eicher
  • Lieblingsmotto: «Um klar zu sehen, reicht oft ein Wechsel des Blickwinkels»

Aus dem Lebenslauf

  • Abteilungsleiter Kindes- und Erwachsenenschutz, Soziale Dienste der Stadt Biel/Bienne
  • Fachrichter am Obergericht des Kantons Bern
  • Personalverband der Stadt Biel/Bienne, Co-Präsident
  • Pensionskasse der Stadt Biel/Bienne, Vize-Präsident der Verwaltungskommission

Dieses Interview ist ein Vorauszug aus der aktuellen Ausgabe unserer Parteizeitung NIDAU.links, welche am 16./17. September 2020 in ganz Nidau verteilt werden wird.

Alle bisherigen Ausgaben des NIDAU.links findet man hier. Die neueste Ausgabe wird am 16. September 2020 aufgeschaltet.

Neuer Ort für HV 2020: Aula des Schulhauses Weidteile

Aus dem Präsidium

Aufgrund der verschärften Covid-19-Situation wird die Hauptversammlung vom 4. September 2020 neu aus Platzgründen in der Aula des Schulhauses Weidteile stattfinden. Die Versammlung startet nach wie vor um 20.00 Uhr.

Der anschliessende Apéro inkl. gemeinsamem Pizzaessen entfällt, es gilt ein Schutzkonzept. Details zur Veranstaltung findet man hier​​​​​​​. 

JA zum neuen Schulhaus Beunden Ost

Abstimmungsvorlagen

Die SP Nidau beschliesst einstimmig die JA-Parole zur Abstimmung vom 27.9.2020

Anlässlich der Sektionsversammlung vom 14. August 2020 hat die SP Nidau einstimmig die JA-Parole zum Neubau des Schulhauses Beunden Ost und damit zum Objektkredit von Fr. 21'852'000.- beschlossen. 

Die SP Nidau freut sich auf ein zweckmässiges, modernes neues Schulhaus und wird sich weiterhin dafür einsetzen, auch den Investitions-Nachholbedarf an den anderen Schulstandorten aufzuarbeiten. Die Kinder sind unsere Zukunft - sie verdienen eine gute Schul-Infrastruktur!

Weitere Abstimmungsparolen